Donnerstag, 7. Juni 2018

Umbau: Squier Strat > '51 Baritone, I - Die Idee

Meine Tochter hatte sich 2005 eine billige Squier Affinity Strat in "Torino-Red" zugelegt, allerdings ohne viel darauf zu spielen. Irgendwann hatte ich die Gitarre ein wenig modifiziert - mit Magnum-Lock-Mechaniken von Gotoh und einer "Black Box" von Rockinger; ein kleines Teil, das zwischen die Tremolo-Federn geschraubt wird und dem Tremolo eine definierte Raststellung in der Mitte verschafft - es ging also darum, dem etwas schlichten Saiten/Tremolo-System zu etwas mehr Stimmstabilität zu verhelfen. Letztes Jahr wollte meine Tochter die Gitarre dann nicht mehr haben und ich hatte sie ihr abgekauft. Allerdings ohne wirklich zu hinterfragen, was ich denn nun mit der vierten Stratocaster anfangen wollte (meine Nachbauten der beiden Gilmour-Gitarren und eine andere schwarze Squier, die in meinem Büro steht, sind die drei anderen). So stand sie erstmal eine Weile dumm herum.
Squier Strat Affinity 2005



Unabhängig von dieser Geschichte hatte ich mal in einem Musikladen eine Bariton-Telecaster ausprobiert. Ich war nicht wirklich begeistert von dem Teil, fand aber die Idee eines Instruments zwischen Gitarre und Bass interessant. Als ich dann bei Rockinger einen Bariton-Austausch-Hals für Telecaster sah, kam mir die Idee, meine alte Tele damit umzurüsten, denn diese hatte ich nur noch wenig in Gebrauch, seitdem ich Strat-Fan geworden war. Der Hals war dann irgendwann bestellt, aber so richtig in Fahrt kam das Projekt nicht. Natürlich kam ich schnell auf die Idee, die Squier Strat umzubauen, aber da Telecaster-Hälse am Fuß gerade sind wo Stratocaster-Halstaschen eine deutliche Krümmung haben, schien das doch nicht so einfach zu sein.

Ein weiterer Zufallsfund kam mir zu Hilfe - in einem alten Fender-Katalog stieß ich auf eine Gitarre, die eine gelungene Kreuzung aus Strato- und Telecaster zu sein schien. Die Squier '51 - eins der wenigen eigenständigen Gitarrenmodelle von Fenders Fernost-Tochter, die ihre Brötchen üblicherweise mit preiswerten Kopien der US-Mutter verdient. Ein Tele-Hals auf einem Strat-Body mit Hardtail-Bridge statt Tremolo, ein Single-Coil- und ein Humbucker-Pickup und dazu das stilprägende Pickguard und die Elektrikfach-Abdeckung abgeleitet vom Ur-Precision-Bass von 1951. Also ein gewagter Mix aus bekannten Elementen der Marke Fender. Da die '51 im Squier-üblichen Preisniveau von ca. 150 $ angesiedelt war, war sie schnell beliebt bei den "Moddern" und das Internet ist voll von Fotos mit umgebauten '51-Gitarren. Nach knapp drei Jahren wurde sie jedoch wieder eingestellt, nur um zwischen 2011 und 2013 erneut aufzutauchen, diesmal mit dem Fender-Logo auf dem Headstock im Rahmen der "Pawn-Shop"-Serie. Parallel gab es auch noch eine "Fender '72" mit ähnlichem Design, allerdings mit einem Halbakustik-Body und zwei Humbuckern. Natürlich hatte sich der Preis versechsfacht - was nicht unbedingt mit entsprechend gesteigerter Qualität einherging. Ab 2013 war sie dann wieder bei Squier im Programm - mit kleinen Änderungen. So gab es jetzt eine "String-through-body"-Saitenaufhängung und ein paar andere Farben, darunter das beliebte "Candy-Apple-Red". Hier ein Foto einer "Vintage-Blonde" aus der ersten Squier-Serie:
Squier '51 von 2003

So reifte in meinen Gedanken allmählich die Idee, meine Strat zu einer "'51 Baritone" umzubauen. Das ist das Resultat:



...und in diesem Blog beschreibe ich den Weg dahin.

Teil 2 - Das Pickguard