Donnerstag, 7. Juni 2018

Umbau: Squier Strat > '51 Baritone, III - Die Elektrik

Platz genug war zumindest auf dem neuen Pickguard - darunter befand sich jedoch noch der unveränderte Stratocaster-Body mit seinen typischen Ausfräsungen. Die Anordnung der vier Potis erfolgte strikt nach den Vorgaben des Telecaster-Custom-Pickguards, das bei diesem Teil die Vorlage bildete. Also musste darunter erstmal Platz geschaffen werden. Dazu kam die Oberfräse zum Einsatz - hier das Resultat:
Gut zu erkennen hier noch die tiefere Ausfräsung für die Klinkenbuchsen-Platte. Die neue Klinkenbuchse wanderte zur Zarge - die eleganteste Lösung, sie dort unterzubringen, war eine Zargenbuchse, die eigentlich für akustische Gitarren gedacht ist. Sie funktioniert aber auch hier, weil die Distanz von der Zarge zum Inneren des neuen Elektrikfachs ausreicht. Auf dem nebenstehenden Foto gut zu erkennen ist auch die großzügige Ausfräsung für die Pickups - hier passt problemlos ohne weiteres ein Humbucker hinein.

Bloß welcher? - Infrage kam letztlich nur ein Seymour Duncan SH-4, ein lautes Teil für die Bridgeposition. Die beiden Spulen sind splitbar, aber eine Spule abzuschalten, um einen Single-Coil-Effekt zu bekommen, kam mir nicht in den Sinn, denn damit verliert der Pickup seine Brumm-Unterdrückung und wird für Einstreuungen anfällig wie ein normaler Single-Coil. Mir schwebte eher eine Umschaltung zwischen Parallel- und Seriellbetrieb vor. Dazu hatte ich bereits ein Push-Pull-Poti gekauft, also eine Kombination aus Drehregler und Schalter, mit dem die Auswahl zwischen diesen beiden Schaltungen möglich gewesen wäre. Leider erwies sich meine Fräsung an der Stelle nicht als tief genug und zudem passte die Achse des Dome-Speed-Knopfs nicht auf die Potiachse - zwei Gründe, um die Schaltbarkeit zu verwerfen. Ein weiterer war, dass ich keinen zusätzlichen Minischalter auf dem schönen Pickguard anbringen wollte. Stattdessen wurden die Spulen des Humbuckers fest parallel angeschlossen. Das ist die Schaltvariante, die ich auch bei meiner Telecaster bevorzuge (die ich mit einem alten DiMarzio X2N-Humbucker in der Bridgeposition modifiziert habe), also warum nicht hier? - Wenn es mir nicht gefallen sollte, kann ich es später wieder ändern.
Natürlich wurde erstmal alles mit selbstklebender Kupferfolie abgeschirmt. Soll ja nicht brummen, das Teil, auch wenn mal nur der Single-Coil in Betrieb ist.

Hier die fertig gelötete Schaltung - es fehlt nur noch der Anschluss an die Klinkenbuchse und die Saitenmasse - übrigens eine '50s-Vintage-Schaltung der alten Les Paul-Gitarren. Die beiden riesigen TAD-Orange Drop-Kondensatoren sind für die beiden Tone-Potis, einmal 22 μF für den Humbucker und 47 μF für den Single-Coil (übrigens ein originaler Fender-Pickup, den ich noch übrig hatte von meiner schwarzen Mexico-Strat, die für den Umbau zur "Black Strat" à la David Gilmour drei neue PUs bekommen hatte).

Weiter ging es dann mit dem Zusammenbau in Teil 4 - Montage.